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06. Juli 2012: Besuch des Feldjägerbataillons 350 in der Julius-Leber-Kaserne

Nach unserem Kennenlernen auf dem Sommerbiwak des Standortkommandos Berlin und einem Gespräch mit Hauptmann von Kannen hatte ich am 6. Juli 2012 die Möglichkeit, den Soldaten des Feldjägerbataillon 350, den “Berliner Feldjägern”, einen Besuch in der Julius-Leber-Kaserne abzustatten.

Feldjäger, so der deutsche Begriff für die “Militärpolizei”, nehmen in der Bundeswehr ein breites Aufgabenspektrum wahr:

Die Feldjäger sind innerhalb der Bundeswehr unter anderem zuständig für den militärischen Ordnungs- und Verkehrsdienst, die Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben sowie Raum- und Objektschutz für sämtliche militärische Liegenschaften. Darüber hinaus führen sie Einsätze und Ermittlungen an Tatorten im In- und Ausland durch.

Der Tag begann mit meiner Begrüßung durch den Kommandeur des Feldjägerbataillons 350 in Berlin, Oberstleutnant Holger Fritz Offenhausen. Anschließend gab mir Hauptmann von Kannen, der mich schon bei meiner Ankunft vom Tor der Julius-Leber-Kaserne abgeholt hatte, eine gründliche Einführung, die durch den Einsatz eines Beamers auch sehr anschaulich illustriert wurde, sie ging in ein angeregtes Informationsgespräch mit beiden Offizieren über.

Einige Aufgabenbereiche wurden mir genau erläutert:

- Militärischer Ordnungsdienst: Wenn es auch durch die Aussetzung der allg. Wehrpflicht noch weniger Disziplinarverstöße gibt, so ist immer noch der eine oder andere Einsatz bei Disziplinverstößen durch Bundeswehangehörige gefragt.

- Militärischer Verkehrsdienst: Wer einmal einer großen Bundeswehrfahrzeug-Kolonne begegnet ist und die nahezu perfekte Absicherung durch Feldjäger mittels Kfz. und Motorrädern erlebt hat, weiß diese Leistung zu schätzen, dient sie doch nicht zuletzt der Sicherheit auch der zivilen Verkehrsteilnehmer.

- Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben: Gerade in der Bundeshauptstadt nimmt hier der Personen- und Begleitschutz eine breites Spektrum ein, werden doch der Bundesverteidigungsminister und der Generalinspekteur der Bundeswehr nicht von BKA-Beamten, sondern von Feldjägern in Zivil als Personenschützer begleitet.

Nach dieser ebenso informativen, wie freundlichen Einführung ging es hinaus in das weitläufige Gelände der Julius-Leber-Kaserne, wo mir das breite Arbeitsspektrum der Hauptstadt-Feldjäger an zwei Beispielen anschaulich demonstriert wurde:

Ich durfte der Kradgruppe beim Training zuschauen. – Die perfekte Beherrschung der schweren Maschinen kommt nicht von selbst, sie ist nur durch ständiges Üben zu erreichen. Die Feldjäger bauen dazu ihren eigenen Hindernis-Parcours auf, mit Wippe, Slalomstrecke und vielen anderen “Schikanen” die auch im Rahmen einer Prüfung erfolgreich bewältigt werden müssen, bevor man z.B. als Escortenfahrer beim Ehren- und Schutzgeleit von ausländischen Staatsgästen und anderen Anlässen mitfahren darf.

Dann ging es von den brummenden Motoren zu einer naturnäheren Tätigkeit: Ich durfte den Hundezwinger und das kleine, aber feine Übungsgelände der Diensthundestaffel in der Leber-Kaserne anschauen. Mir wurde zahlreiches Ausbildungsmaterial, von Schutzanzügen für Darsteller des “militärpolizeilichen Gegenüber” bis zu einer beeindruckenden Sammlung von Riechproben gezeigt, bei denen meine für menschliche Verhältnisse recht gut funktionierende Nase gar nichts wahrnahm, die Partner mit der kalten Schnauze aber sofort fündig wurden. Die verschiedensten Sorten Drogen, Sprengstoffe und anderes Material sollte ein potentieller Rechtsbrecher keinesfalls mit sich führen, wenn die Hunde der Feldjäger seinen Weg kreuzen.
Den Abschluß der Vorführung bildete die “Festnahme” einer “Verdächtigen”, in diesem Fall einer jungen Hauptgefreiten aus dem Diensthundeteam, die vorher gewandt in einen der Schutzanzüge geschlüpft war.

Auch auf diesem Wege noch einmal meinen herzlichen Dank für einen interessanten und lehrreichen Tag an die Angehörigen des Feldjägerbataillons 350 in der Julius-Leber-Kaserne!