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B.Z./dpa 02. März 2013: Bundeswehr-Probleme bei Türkei-Einsatz

Deutsche Soldaten fühlen sich beim „Patriot”- Einsatz wenig willkommen. Der Wehrbeauftragte ist alarmiert. Dreckige Toiletten, Schimmel in den Stuben und Handgreiflichkeiten: Die deutschen Soldaten in der Türkei haben sich massiv über schlechte Behandlung beklagt.

Die Arbeit mit den türkischen Soldaten werde „überwiegend als problematisch empfunden“, hieß es in einem Bericht des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (62, FDP). Im türkischen Kahramanmaras schützt die Bundeswehr das Land seit sieben Wochen mit „Patriot“- Abwehrraketen vor syrischen Angriffen. Die Soldaten müssen dabei Toiletten benutzen, in denen knietief Schlamm und Fäkalien stehen. In den Stuben, die sie bald beziehen sollen, wurde Schimmel entdeckt. Laut Bericht werde das Essen den Soldaten meist kalt serviert.

Es soll auch zu einem Übergriff gekommen sein: Ein türkischer General habe eine Feldjägerin geschubst, als sie das Auto eines türkischen Offiziers gestoppt hatte. Mit Prellungen als Folge.

„Diese Vorfälle zeigen, dass es noch einigen Nachholbedarf gibt“, sagte Königshaus der B.Z. „Ein solcher Umgang ist problematisch.“ Er forderte, schnell neue Toiletten zu installieren und auf die Grundbedürfnisse der Soldaten zu achten. Der Berliner FDP-Bundestagsabgeordnete Holger Krestel (57) hält es sogar für denkbar, bei weiteren Übergriffen den türkischen Botschafter einzubestellen.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (59, CDU) versprach am Samstag: „In Kürze werden neue Unterkünfte fertiggestellt.“ Dann werde sich vieles ändern.

 

http://www.bz-berlin.de/aktuell/welt/bundeswehr-probleme-bei-tuerkei-einsatz-article1647104.html